Smartphones können unsere Gesundheit gefährden

Jun 5th, 2016 | By | Category: Gesundheit & Ernährung, Leitartikel
Ständig "online" kann krank machen. Foto: paisteline581 fotolia

Ständig „online“ sein kann krank machen.       Foto: paisteline581 fotolia

Experten warnen schon seit langem vor der Gefahr eines digitalen Burn-out. Ständig online, immer erreichbar zu sein über Smartphone, Tablets etc. schadet auf Dauer der Gesundheit, darin ist man sich einig. Fachleute sprechen von „Hyperkonnektivität“, ein Phänomen, das mittlerweile große Teile der Bevölkerung betrifft. Das Leben ein endloser Feed. Nachrichtenseiten, Blogs, Foren und Wikis, die beachtet, geliked und auch beantwortet werden wollen. Es scheint, als behandelten wir unser Smartphone besser als uns selbst. Der Bonner Informatik-Professor Alexander Markowetz spricht in seinem Buch beim digitalen Burnout von  „einem Zustand, in dem unsere massive Smartphone-Nutzung zu einer unmittelbaren Störung unserer Produktivität und einem Verlust an Lebensglück führt. Beides zusammen macht uns langsam krank. Wir erleben einen geistigen Erschöpfungszustand, der vergleichbar ist mit dem Burnout, den ein Workaholic erleidet“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: „Wie hoch darf die Online-Dosis sein, die ein Mensch, ohne krank zu werden, auf Dauer ertragen kann?“

Lebensglück hängt von „Likes“ ab

Wie bei jedem Suchtverhalten, fällt es den Betroffenen schwer, ihr Verhalten als ein solches zu erkennen und zu akzeptieren. Von „Likes“ („Gefällt mir“- Äußerungen) scheint das Lebensglück vieler Nutzer abhängig zu sein. Ein „Ego-Ding von dem man runterkommen muss“, so ein Nutzer. Forscher der Universität Harvard kamen nach eingehenden Untersuchungen zu dem Schluss, dass durch die Wahrnehmung von Messages und Likes ähnliche Belohnungsmechanismen aktiviert werden, wie bei Essen, Gewinnen und Sex. Alexander Markowetz bezeichnet das Smartphone deshalb auch als ein „Geldspielautomat im Hosentaschenformat“.

Mensch schlechter „Multitasker“

Das Smartphone führt auch zu einer gestörten Aufmerksamkeit. Allein durch die Erwartung einer Nachricht ist die Konzentration gestört. Der Mensch ist von Natur aus ein schlechter Multitasker. Er ist nicht in der Lage zwischen unterschiedlichen Informationen ständig zu wechseln. In diesen Situationen erhöhen ich häufig die Stresshormone im Blut. Längerfristig kann dies Auswirkungen auf das Herz- Kreislaufsystem und das Gehirn haben.

Gefahr bei Kontrollverlust

Für eine Abhängigkeit, die einer therapeutischen Behandlung bedarf, müssen verschiedene schwerwiegende Symptome zusammenkommen. „Die dauernde tägliche Beschäftigung mit der Anwendung, so das andere Tätigkeiten und wichtige Verpflichtungen stark vernachlässigt werden“, so die Psychologin Tagrid Leménager von der Klinik für abhängiges Verhalten und Suchtmedizin des Zentralinstitutes für seelische Gesundheit in Mannheim, und sie fügt hinzu:“ Kontrollverlust ist ein weiterer wesentlicher Faktor, das Verhalten wird zu einem Automatismus, der selbstschädigend wirkt“

 

 

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