Anabolika – die großen Krankmacher

Aug 20th, 2015 | By | Category: Fitness, Training & Freizeit, Leitartikel
Dopingmittel gehören nicht zum Sport.

Dopingmittel gehören nicht zum  Sport!                                                                              Foto: fotolia/F.Schmidt

In einer Gesellschaft, in der Schein mehr bedeutet als Sein, in der auf eine äußeres Erscheinungsbild mehr Wert gelegt wird als auf innere Werte in einer Gesellschaft in der Jugendlichkeit mehr zählt als das Alter, kommt auch der begeisterte Hobbysportler schnell in Versuchung mit geeigneten chemischen Präparaten aus der Pharmaindustrie sein Bild von einem vermeintlich schönen Körper Wirklichkeit werden zu lassen.

Brüste und Pickel

An die möglichen extremen Folgeschäden denken anfangs dabei die wenigsten. Viele Bodybuilder, die jahrelang mit Anabolika ihre Trainingsergebnisse optimiert haben, können durch die ständige Einnahme dieser schädlichen Substanzen nicht mehr schlafen, haben Beulen und Pickel auf dem Rücken, sind psychisch erkrankt und teilweise impotent. Sie spüren nun die Rache des eigenen Körpers, manchen von ihnen wachsen plötzlich Brüste, die Haare fallen aus und ihre Haut wird schlaff. Die Betroffenen kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten. Jahrelang sind sie einem zweifelhaften Idealbild gefolgt, haben sich mit den Voraussetzungen, die ihnen die Natur mitgegeben hat, nicht begnügen können.

Der Natur ein Schnippchen schlagen

Am Anfang steht die Unzufriedenheit mit dem Fortschritt ihres Muskeltrainings. Denn es kommt beim Krafttraining irgendwann der Moment, wo man meint, auf der Stelle zu treten. Die Muskulatur nimmt nicht mehr, wie erwartet zu. Nun stellt sich ein gewisser Frust ein. Wozu sich also weiter schinden, wenn es doch chemische Mittel gibt, die der Natur ein Schnippchen schlagen. Ein Verhalten, das vielerorts in der Gesellschaft seinen Ausdruck findet. Das Kind, das sich verletzt hat, bekommt natürlich ein süßes „Trösterchen“. Wenn später in der Schule Probleme auftauchen, versucht man auch diese mit Medikamenten zu beheben. Und so setzt sich dieses System für viele bis ins Erwachsenenleben fort. Wozu gibt es den für und gegen alles Pillen und Medikamente, die den Weg zum Ziel doch so sehr verkürzen und auch erleichtern.

Psychische Abhängigkeit

Ja, von Anabolika kann man süchtig werden. Es ist weniger eine körperliche als eine psychische Abhängigkeit. Dopen ist eine Form des Ausweichens. Junge Menschen vergleichen sich gern mit anderen. Aber wichtiger wäre es, nach dem zu suchen, was Ihre persönliche Identität ausmacht. Und dabei könnten Lehrer und richtige Vorbilder helfen, die ihnen neue Wertmaßstäbe schaffen. Für sie wären dann der übertrieben muskuläre Körper nicht mehr so wichtig für ihr Selbstbewusstsein.

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