Sportler sollten während des Wettkampfs nicht zuviel trinken

Mrz 16th, 2015 | By | Category: Fitness, Training & Freizeit, Leitartikel
Der Mensch ist von seiner Herkunft her für lange Laufstrecken dispositoniert. © fotolia GaudiLab

Der Mensch, von Natur aus ein Langstreckenläufer, der unterwegs nicht unbedingt trinken muss.
© fotolia GaudiLab

Ein Sportler muss um leistungsfähig zu bleiben, während seines Trainings ständig Flüssigkeit zu sich nehmen, ansonsten verdickt sein Blut zu sehr und dieser Zustand gefährdet seine Gesundheit. Dieser Mythos hält sich bis heute. Es gibt Zeitgenossen, die selbst bei Spaziergängen auf mitgeführtes Wasser glauben nicht verzichten zu   können.

Zu geringer Natriumspiegel

Doch nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist dieses Verhalten nicht nötig, ja bisweilen sogar gefährlich. Denn ein zu vieles Trinken verdünnt das Blut und damit auch seinen Natriumgehalt. Zuwenig Natrium ist jedoch gesundheitsgefährdend. Forscher haben den Natriumwert von Marathonläufern nach ihrem Lauf gemessen und bei jedem achten von ihnen einen zu geringen Natriumspiegel festgestellt. Ein Indiz dafür, dass die Sportler „gegen ihren Durst“ getrunken hatten, also vielmehr als sie eigentlich benötigten. Heute hat sich bewahrheitet, dass Sportler häufig eher zu viel als zu wenig trinken. Es ist kein Fall bekannt, dass ein Sportler aufgrund von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme gestorben ist, wohl aber durch zu vieles Trinken. Möglicherweise tun Ärzte deshalb genau das Falsche, wenn sie bei einem erschöpften Läufer eine Infusion anlegen.

Geringere Leistungsbereitschaft

Wissenschaftlich ist auch nicht die Vorstellung bewiesen, dass reichliches Trinken die Leistungsfähigkeit von Sportlern steigert. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Bei einem Flüssigkeitsverlust von mehr als zwei Prozent des gesamten Körpergewichts (bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen immerhin eineinhalb Liter) ist die Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Sie ist eher gesteigert.

Auch dies scheint eine Folge der Evolution zu sein. Denn der Mensch war früher ein Langstreckenläufer. Sein Körper ist daher physiologisch auf lange Strecken ohne zu trinken optimiert. Ein größerer Flüssigkeitsverlust scheint ihm nicht zu schaden, wenn er nur nach dem Rennen ausgeglichen wird.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger, Magazin, Artikel von Dr. Magnus Heier

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