Depressionen in NRW auf dem Vormarsch

Feb 13th, 2015 | By | Category: Gesundheit & Ernährung, Leitartikel
Immer mehr Menschen fühlen sich leer und überfordert. © evgenyatamanenko/ Fotolia

Immer mehr Menschen fühlen sich leer und überfordert.
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Fühlst auch du dich gestresst, schlapp und krank ? Hast du eigentlich zu nichts mehr Lust? Sind diese stark belastenden Symtome bereits über einen längeren Zeitraum dein ständiger Wegbegleiter. Sehr wahrscheinlich sind dies  Anzeichen einer psychischen Erkrankung. Darunter leiden heutzutage immer mehr Menschen. Von 2006-2013 nahm die Zahl der psychischen Erkrankungen in Deutschland bei 4,1 Millionen Erwerbspersonen um 70 Prozent zu. Hierbei handelt es sich nicht nur um harmlose Verstimmungen, sondern um ernsthafte und langwierige Erkrankungen, die einer ärztlichen Hilfe bedürfen.

Berufsgruppen unterschiedlich betroffen

Verschiedene Formen der Depression verursachen eine Arbeitsunfähigkeit von durchschnittlich 64 Tagen, besonders schwere Formen sogar zu einem Arbeitsausfall von durchschnittlich 90 Tagen. In NRW sind die Menschen tendenziell depressiver als in anderen Bundesländern. 2013 war jeder Erwerbstätige in NRW einen Tag mit Depressionen krankgeschrieben. Sehr deutlich sind die Unterschiede zwischen den Berufsgruppen. Während Mitarbeiter eines Callcenters, Altenpfleger, Kinderbetreuer, Mitarbeiter im Sozial- und Gesundheitswesen häufig an Depressionen erkranken, haben Hochschullehrer, Geschäftsführer, Ingenieure, Ärzte und IT-Experten ein deutlich geringeres Erkrankungsrisiko.

Kranke Seele verursacht körperliche Schmerzen

Gründe für eine solche Depression gibt es viele. Einige Faktoren sind neben der erblichen Veranlagung zum Beispiel der berufliche Stress und Fremdbestimmung des Arbeitsalltags. Frauen leiden zudem unter den wachsenden Anforderungen, Arbeit und Familie miteinander zu vereinbaren. Dazu hat sich die Diagnose-Genauigkeit verbessert, Verspannungen im Rücken- oder auch Magenschmerzen, die früher als rein körperliche Beschwerden diagnostiziert wurden, werden heute auch als psychisch bedingt anerkannt. Wenn bei rund einem Drittel aller Frauen im erwerbsfähigen Alter mindestens einmal im Jahr eine psychische Erkrankung festgestellt wird, stellt sich die Frage ob der Krankheitsbegriff richtig definiert ist, also wo  die Grenze zwischen gesund und krank sinnvollerweise gezogen werden sollte.

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