Gesundheitsschäden durch zuviel Salz in den Lebensmitteln

Apr 24th, 2013 | By | Category: Gesundheit & Ernährung, Leitartikel

Zu viel Salzkonsum gefährdert die Gesundheit.

Zu viel Salzkonsum kann die Gesundheit gefährden.

In einem interessanten Beitrag im Magazin des Kölner Stadtanzeigers wurde auf die gesundheitlichen Gefahren von zu hohem Salzkonsum hingewiesen. Allein in Deutschland läge demnach der Verbrauch pro Kopf und Tag bei sechs bis acht Gramm. In den USA sei dieser noch wesentlich höher. Jährlich 2,3 Millionen Todesfälle weltweit seien die Folge  dieses Fehlverhalten. Ein Forscherteam  von der Harvard School of Public Health analysierte 147 Studien, in denen die Kochsalzaufnahme zusammen mit dem Gesundheitszustand und den Todesursachen von Menschen in den 30 größten Ländern der Welt ermittelt wurden. Auch 107 klinische Studien  wurden in die  wissenschaftlichen Studien mit einbezogen.

Herzinfarkt und Schlaganfälle

Ihre Erkenntnis: Zu hoher Salzkonsum bei ausgeprägter Bluthochdruckpatienten führt bei der Hälfte von ihnen nicht selten zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. Viele Hypertoniker würden vor dem 69. Lebensjahr sterben. Liebhaber deftiger und würziger Speisen, die bereits an Bluthochdruck leiden, sind besonders gefährdet. Weniger Kochsalz in den Speisen könne hingegen viele dieser an Bluthochdruck erkrankten Menschenleben retten. Dariush Mozaffarian von der Harvard Universität hat jedoch Bedenken, ob auch gesunde Menschen von einer salzarmen Ernährung profitieren würden. Daher reiche es nicht zu einer pauschalen Empfehlung zum reduzierten Salzkonsum. Bluthochdruckpatienten sollten jedoch auf jeden Fall auf eine kochsalzreduzierten Ernährung achten und weniger industriell verarbeitete Nahrungsmittel zu sich nehmen.

Renin-Aldosteron-System

Gisela Olias vom  Deutschen Institut für Ernährungsforschung weist darauf hin, dass sowohl Fertigprodukte als auch  Brot, Fleisch-, Wurstwaren aber auch Käse  häufig viel Salz enthalten. Daher sei es nicht so einfach, sich in unserer heutigen Gesellschaft,  salzarm  ernähren zu können.  Bei alledem scheint eine salzarme Ernährung nicht in jedem Fall der Weg für eine erfolgreiche Bluthochdrucktherapie zu sein. Fest stehe, dass eine hohe Kochsalzaufnahme Wasser  in Blut und Gewebe gebunden wird, so das mehr Blut durch immer enger werdende Röhren durchgepumpt werden muss. Damit ist aber noch  nicht gesagt, dass eine salzarme Ernährung auch eine Hypertonie lindern kann. Denn Forscher der Kopenhagener Universität haben herausgefunden, dass diese Maßnahme das sogenannte Renin-Aldosteron-System im Körper aktiviert. Dieses System scheint eine entscheidende Rolle in der Steuerung des Blutdrucks zu haben. Wird es aktiviert, gehen die Blutdruckwerte nach oben. Der Organismus reagiert auf salzarme Ernährung mit einer Gegenreaktion. Folge: Der Blutdruck steigt an. Dieser Effekt wiege unter Umständen die Verbesserung des Blutflusses komplett auf.

Fazit: Weniger Salz im Essen scheint nur „salzsensitiven Patienten“ wirkungsvoll zu helfen.  Nur Menschen, die empfindlich auf eine salzreiche Ernährung reagieren, sollten aufpassen. Ein Verdacht darauf besteht, wenn der Arzt  im Urin mehr als 220 Millimol Salz feststellt. Auch all diejenigen, die bereits blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, könnten von einer salzarmen Ernährung profitieren. Arzneimittel würden dann besser ihre Wirkung entfalten.

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