Über die rheinischen „Rocky Mountains“ nach Kaub

Mai 15th, 2012 | By | Category: Aus dem Sportzentrum, Leitartikel

Gipfel erreicht - Zeit für eine kurze Rast

Es war eine gute Entscheidung, rechtzeitig in Wahlscheid loszufahren. Denn der als „Königsetappe“ bezeichnete Abschnitt des Rheinsteigs zwischen St. Goarshausen und Kaub hat es in sich und fordert Kraft, Ausdauer und natürlich auch Zeit. 22 Kilometer und insgesamt 908 Höhenmeter liegen vor uns als wir uns morgens um 9.30 Uhr  von St. Goarshausen aus auf den Weg nach Kaub machen. Der erste Abschnitt führt steil hinauf zur Burg Katz, die mit den beiden mittelalterlichen Stadttürmen zu den Wahrzeichen von St. Goarshausen gehört.

Weiter geht es bergauf. Wir erreichen den „Dreiburgenblick“. Für den an unseren Kräften zehrenden steilen Aufstieg werden wir mit einem wunderschönen Ausblick über das Rheintal, das tief unter uns liegt- belohnt. Nach einem erneuten steilen Ab- und Aufstieg  erreichen wir nach der Überquerung eines größeren Höhenplateaus gegen Mittag die sagenumwobene Loreley. Der 132 Meter hohe Schieferfelsen, der sich dem Rhein hier in den Weg stellt, zählt zu den Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal und bietet einen geradezu magnetischen Anziehungspunkt für die Touristen. Von hier oben weitet sich der Blick auf die Rheinkurven und auf Sankt Goarshausen. Die „Loreley“, die dort der überlieferten Sage nach ihr „güldenes“ Haar kämmte und so manchem Schiffer aufgrund ihrer Schönheit und ihres verlockenden Gesangs zum Verhängnis wurde, muss sich heute ihre  Anziehungskraft mit der weit über die Grenzen Rheinland Pfalz hinaus bekannten Freilichtbühne, auf der jährlich Großveranstaltungen  weltbekannter Rockmusiker stattfinden, teilen.

Der Rheinsteig stellt immer wieder sportliche Herausforderungen

Alpines Klettern auf dem Rossstein

Nach einer kurzen Rast verlassen wir die Loreley mit ihrem Trubel. Ein Weinlehrpfad leitet uns zunächst bergab. Vor uns liegt der 182 Meter hohe Aussichtspunkt „Zur Aussicht Felsenkanzel“. Über ein längeren asphaltierten Weg geht es danach weiter bis zu einem Trampelpfad, der uns weiter stetig bergauf zum „5- Seen-Platz“ und weiter zu der kleinen Ortschaft Bornich führt, wo das „Marktstübchen“ und die  „Rheinhölle“ zu einer Rast einladen. Wir folgen indessen der weißen Wellenlinie auf blauem Grund, einem Symbol, das wir häufig sehen und das uns immer wieder anzeigt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden.

Eine gute Kondition muss man auf dem Rheinsteig schon haben. An- und Abstieg wechseln sich stets ab. Nachdem wir abermals in eine tiefe Schlucht über einen Trampelpfad abgestiegen sind, führt uns nun der Rheinsteig hoch hinauf zu einer Schutzhütte mit einem sehr schönen Aussichtspunkt: Tief unter uns auf der anderen Rheinseite erkennen wir Stadtteile von Oberwesel. Immer weiter führt uns der Weg hinauf und bald befinden wir uns auf dem Rossstein. Hier macht er seinem Namen „Steig“ alle Ehre. Über felsigen Untergrund hangeln wir uns steil nach oben. Der weitere Weg gleicht einer alpinen Kletterpartie. Stahlseile an den Felsen sollen dem Wanderer Sicherheit geben. Immer wieder werden wir mit phantastischen Ausblicken für unsere körperlichen Strapazen belohnt. Nach einiger Zeit erreichen wir Dörscheid.  Ein ausgedehntes Hochplateau liegt vor uns. Ein Augenschmaus, wie die weitläufigen Rapsfelder goldgelb am Nachmittag in der Sonne leuchten.

Angekommen am Ziel unserer Tagestour - Kaub.

Mit der „Goethe“ zurück nach St. Goarshausen

Wir haben geplant – vorausgesetzt wir erreichen Kaub, das Ziel unserer Wanderung rechtzeitig – mit dem Passagierschiff „Goethe“ zurück nach St. Goarshausen zu fahren. Wir liegen gut in der Zeit. Das letzte Teilstück unserer Tageswanderung führt, nachdem wir ein großes Waldstück verlassen haben, über Wirtschaftswege durch die Weinberge hinunter nach Kaub. Dabei haben wir einen phantastischen Blick auf die Burg Grafenstein und die Pfalzgrafenstein mitten im Rhein.

Wir sind müde aber glücklich den langen Weg gemeinsam geschafft zu haben. Nachdem wir unsere Rückfahrtickets gekauft haben, bleibt uns noch bis zur Abfahrt des Schiffes genügend Zeit in einem kleinen Lokal am Rhein unseren strapazierten Beinen ein wenig Ruhe zu gönnen und gemeinsam auf die gelungene Wanderung mit einem kühlen Getränk anzustoßen.

 

Tags: , , , ,

Hinterlasse einen Kommentar!