Judo macht Kinder stark – Erziehungspower aus Fernost

Mrz 27th, 2012 | By | Category: Aus dem Sportzentrum, Fitness, Training & Freizeit, Leitartikel

Beim Judo ziehen alle an einem Strang.

Aggressionen und daraus erwachsende Gewalttätigkeiten haben deutlich zugenommen. Verhaltensnormen, die ein geordnetes Miteinander ermöglichen, gelten heute immer weniger. Nicht selten hat man den Eindruck die Kinder dürfen immer mehr und immer häufiger wirklich alles das machen, was sie wollen. Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse anderer  scheint vielen Kindern ein Fremdwort zu sein. Soziale Kompetenz wurde zu einem Fremdwort. Vorhandene Agressionen versucht man heute mit einem entpsrechenden Bewegungsangebot abzubauen. Im Sportunterricht der Schulen wurde  aus diesem Grund das pädagogische Modell „Raufen und Ringen“ eingeführt. Hierbei können die Kinder im spielerischen Zweikampf ihre Agressionen abbauen. Sie verbuchen Erfolgserlebnisse und lernen Rücksichtnahme und was sehr wichtig ist, das Einhalten von Regeln.

Judo kann helfen

Dies war auch Jigoro Kano vor  über 100 Jahren wichtig als er das pädagogische Modell Judo entwickelte dessen bedeutender erzieherischer Anspruch von der Gesellschaft schnell erkannt wurde und das sich in den darauf folgenden Jahren zu einem Nationalsport entwickelte. Im Jahre 1911 wurde es in Japan in den Mittelschulen zum Pflichtfach erklärt. Heute ist der Judosport  in der ganzen Welt verbreitet. Es gibt wohl kaum ein Land in dem nicht Judo betrieben wird.

Doch was macht gerade Judo so wertvoll. Das japanische Wort „Judo“ besteht aus den beiden Silben „Ju“ und „Do“. „Ju“ bedeutet so viel wie „sanft, weich“ und „Do“ steht für das Wort „Weg“. Judo wird auch umschrieben  als die Kunst des Siegen durch Nachgeben. So wie das Wasser, das sich stets zielstrebig verhält, das aber auch je nach den Gegebenheiten, sowohl weich  wie auch hart sein kann,  so soll sich auch der Judoka sowohl im fairen Zweikampf wie auch in seinem Leben verhalten.Körper und Seele des Menschen bilden beim Erlernen des Judo eine untrennbare Einheit.Ausgebildet werden  körperliche, geistige, erzieherische und soziale Werte. Judo trägt zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung bei. Der wirksame Gebrauch von Körper und Geist wird erlernt. Judo trägt durch seinen Erziehungsanspruch ganz wesentlich zur Förderung und Stärkung des Selbstvertrauens, des Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins bei.

 Ganzheitliches Gymnastiksystem

Da die Beherrschung der Judotechniken eine ausgeprägte körperliche Fitness verlangt, ist Judo auch ein vielseitiges und ganzheitliches Gymnastiksystem. Durch das Judotraining erwerben Kinder die motorischen und sozialen Voraussetzungen,  die auch das Erlernen anderer Sportarten deutlich vereinfachen. Ausgebildet werden  Körperbeherrschung, Geschicklichkeit, Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen, Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit. Und damit noch nicht genug die Kinder erlernen mit der Auseinandersetzung mit der Sportart Judo Selbstbeherrschung, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Mitverantwortung, Kooperationsbereitschaft und –fähigkeit, Toleranz und Fairness, Akzeptanz und partnerschaftliches Verhalten. Denn  Judo ist ohne einen direkten Körperkontakt nicht möglich. Und dieser sollte – darin sind sich die Pädagogen einig –  bei der Kindererziehung auf keinen Fall fehlen.

Judo u. Ki-Be-Ko im SGW

Interesse bekommen, diese interessante Sportart einmal kennen zu lernen. Im Sport- und Gesundheitszentrum Wahlscheid findet schon seit langem Judounterricht für verschiedene Altersgruppen statt. Für die kleineren Kinder (3 bis 5 Jahre) wurde der Ki-Be-Ko-Unterrricht  eingeführt. Hierbei machen die Kinder vielfältige Bewegungserfahrungen und lernen auch schon einige Judoelemente, wie sicheres Fallen und das Raufen nach Regeln kennen. Interessierte Kinder sind stets herzlich willkommen.

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