Geringere Sturzgefährdung durch sinnvolles Training

Okt 19th, 2011 | By | Category: Aus dem Sportzentrum, Fitness, Training & Freizeit, Leitartikel

Eine gute Fitness bedeutet im Alter viel

Besonders die Bewegungsfaulen sind davon betroffen. Mit zunehmendem Alter wird der Mensch immer „wackliger“ auf seinen Beinen. Das mit viel Anstrengung verbundene Erlernen des aufrechten Gangs in seiner Kindheit und die gewohnte Bewegungssicherheit schwinden nun in dieser späten Lebensphase langsam und zusehends. Die Ursache dafür ist in den degenerativen biologischen Prozessen im menschlichen Körper zu suchen. Bisher ist noch kein Mensch in der Lage, diese unerfreuliche Entwicklung  aufzuhalten, doch jeder kann Maßnahmen ergreifen, sie zu verlangsamen.

Hüftfrakturen bereiten Probleme

Gefürchtet sind bei älteren Menschen Brüche des Oberschenkels. Nach neuesten Studienergebnissen kommen sie häufiger vor als bisher angenommen. Ab dem 60igsten Lebensjahr weist die Verletzungskurve steil nach oben. Von den rund  fünf Millionen Stürzen, die sich in Deutschland im Jahr ereignen (Bilanz der Krankenkassen) gehören 10 Prozent zu den „behandlungspflichtigen“  Verletzungen. Im Jahr 2004 waren darunter auch 120 000 Hüftfrakturen und weitere 160 000 andere Frakturen. Die Folge von solchen Stürzen: Die älteren Menschen haben Angst, erneut zu stürzen (Postfall Syndrom) und sie werden entmutigt sich zu bewegen. Besonders schwerwiegend sind nicht selten die Folgen einer Hüftfraktur bei OsteoporosePatienten, deren Knochenstruktur ohnehin die für eine gute Stabilität erforderliche Dichte aufweist. Besorgniserregend sind die daraus resultierenden ernste Komplikationen. Rund 30 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb eines  Jahres und: Jeder Dritte mit einer Hüftfraktur ist dauerhaft invalide.

Ein Bewegungsprogramm hilft

Gegen plötzlich auftretende Erkrankungen ist der Mensch machtlos, schwerwiegende Verletzungen, die aufgrund von Bewegungsunsicherheit entstehen, kann man mit einem entsprechenden Bewegungsprogramm  vorbeugen. Sich ausreichend zu bewegen und nicht nur das, sondern sich darüber hinaus auch ausreichend zu belasten, darauf kommt es an. Wenn man sich so verhält und keine schwerwiegenden Erkrankungen auftreten, kann man recht fit bis zu seinem Lebensende bleiben. Der Weg dahin führt über ein entsprechendes Training, eine geeignete Ernährung und  ausreichendem Vitamin D und Kalzium. Mit einem körperlichen Test vor Aufnahme des Trainings kann man die Sturzgefährdung des älteren Menschen ermitteln. Die Ergebnisse nach einem entsprechend großangelegtem Training, die im Robert Bosch Krankenhaus, einer Klinik für geriatrische Rehabilitation, mit 479 Älteren – Durchschnittsalter 82,4 Jahre – durchgeführt wurde, bestätigen die Bedeutung einer solchen Maßnahme. Die Sturzhäufigkeit konnte um 28 Prozent reduziert werden und auch die Zahl der Hüftfrakturen nahm ab. Bei einem Viertel der Teilnehmer war eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität zu beobachten,  39 Prozent hatten weniger Angst zu stürzen und auch bei 18 Prozent der Depressiven verbesserte sich die Situation.

Erfolge auch im SGW

Mit diesem Ergebnis fühlt sich auch das Lohmarer Sport- und Gesundheitszentrum Wahlscheid in seiner Arbeit bestätigt, beim Training seiner älteren Mitglieder, neben der Verbesserung ihrer Ausdauer- und Muskelkraft in gleichem Maß die Beweglichkeit und die Koordination – hierbei besonders den Gleichgewichtssinn – zu trainieren. Auch im Sport- und Gesundheitszentrum Wahlscheid konnten auf diese Weise deutliche Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeiten bei den ältern Menschen erzielt werden.

 

 

 

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