Der Muskel – wichtigstes Stoffwechselorgan des Menschen

Mai 24th, 2011 | By | Category: Fitness, Training & Freizeit, Leitartikel

Stoffwechselorgan Muskel

Für den Erhalt der Gesundheit gewinnt körperliche Bewegung immer mehr an Bedeutung. Neueste  wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern diese These. Skelettmuskeln sollen  nicht nur für die Bewegungen zuständig sein. Heute ist man auch davon überzeugt, dass sie das wichtigste Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers sind. Dabei spielen die Myokine, die bei ausreichenden körperlichen Anstrengungen aus den Muskeln freigesetzt werden, eine wichtige Rolle.  Erst von einem halben Dutzend Myokine ist die Wirkungsweise bekannt. Sie gelten als Botenstoffe. Eine ihrer wichtigen Aufgaben: Die Aktivierung der Fettverbrennung. Darüber hinaus gibt es hormonähnliche Myokine, die die Leber zum Abbau der Glukose-Depots anregen und somit auch die Arbeit der Bauchspeicheldrüse unterstützen. Ferner beeinflussen sie die Gefäße und die Leber. Auch die Neubildung von Muskelzellen und Blutzellen wird durch bestimmte Myokine gesteuert. Viele Myokine haben darüber hinaus entzündungshemmende Eigenschaften. Sie schützen vor Herz- und Kreislauferkrankungen. Fast 400 verschiedene Substanzen produziert der Muskel. Sie sind Teil eines komplizierten Mechanismus, der tief in die Stoffwechselprozesse des Körpers eingreift. Der Großteil ist jedoch noch unerforscht.

Im Alter von 30 Jahren spätestens aber mit 40 Jahren sollte man damit beginnen, seine Skelettmuskulatur zu trainieren. Für die Gesundheit des Herz-Kreislaufsystems ist ihr Zustand von großer Bedeutung. In den Wohlstandsgesellschaften bewegen sich viele Menschen zu wenig. Bei zunehmender Energiezufuhr wird immer weniger Energie verbraucht. Folge: Die sogenannten Zivilisationskrankheiten nehmen dramatisch zu. Die Entstehung von Diabetes, hohem Blutdruck, Nieren-und Herzversagen wird begünstigt. Abhilfe würde eine Veränderung der Lebensgewohnheiten bringen. In unserer Wohlstandsgesellschaft müssten die Menschen damit beginnen,  sich  mehr bewegen. Viel weniger Menschen würden dann an  Zivilisationskrankheiten sterben. Die Voraussetzung: Mindestens dreieinhalb Stunden körperliche Anstrengung in der Woche. Dabei sollte der Speiseplan viel Obst und Getreide und wenig Fleisch beinhalten.

Das Problem sind nicht die Fettpölsterchen auf der Hüfte oder am Bauch. Das eigentliche Bauchfett, auch viszerales Fett genannt,  ist das Problem. Es ist das Fett, das sich im Bauchraum um die Organe herum bildet. Dieses  steigert das Risiko an Diabetes, Herzinfarkt, Krebs oder Depressionen zu erkranken. Wenn man seine Muskeln nicht trainiert, produziert man auch nicht genügend Myokine, die das viszerale Fett verbrennen können. Myokine wirken aber auch noch in eine andere Richtung: Sie beeinflussen sogar das Gehirn und können vor Demenz schützen.

Bild: © Antonio De Azevedo Negrão | Dreamstime.com

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