Hohe gesundliche Risiken durch ein Zuviel an Cholesterin

Sep 7th, 2010 | By | Category: Leitartikel

Immer mehr Menschen sterben an Herzinfarkten und Schlaganfällen. Für die Gefäßerkrankungen wird meist ein zu hoher Cholesterinspiegel verantwortlich gemacht.

Grundsätzlich  braucht jeder menschliche Körper Cholesterin als wichtigen biologischen Baustein, der für den Stoffwechsel sehr wichtig ist. Nur auf die richtige Menge kommt es an. Ein Zuviel auf Dauer kann jedoch verheerende Folgen haben.

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, der als wichtiger Baustein für Zellwände, Hormone, Gallensäuren sowie Vitamin-D-Vorstufen dient. Zum einen nimmt man Cholesterin über tierische Nahrung auf, zum anderen wird es vom Körper eigenproduziert. Es ist nicht wasserlöslich und muss daher beim Transport im Blut an Transporteiweiße gebunden werden. Hierbei unterscheidet man zwischen der Bindung an ‚LDL‘ (Low Destiny Lipoprotein = Transporteiweiße geringer Dichte) sowie ‚HDL‘ (High Destiny Lipoprotein = Transporteiweiß hoher Dichte).

Das Mengenverhältnis zwischen HDL und LDL spielt neben der Höhe des Gesamtcholesterins eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der sogenannten Arteriosklerose.

Bei der Arteriosklerose handelt es sich um eine Arterienverkalkung. Diese Krankheit entsteht durch einen dauerhaft erhöhten Blutdruck sowie Cholesterinspiegel. Dieser entsteht wiederum durch einen hohen LDL-Spiegel. Ein hoher HDL-Spiegel hingegen bietet eine Art Schutz. Weitere Ursachen für Arteriosklerose sind Diabetes mellitus, starkes Rauchen, Übergewicht, Stress und Bewegungsmangel.

Folgen der Arterienverkalkung sind Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie Absterben nicht mehr ausreichend durchbluteter Gliedmaßen.

Richtwerte

Bei Kindern gelten Cholesterinwerte unter 170 mg/dl als normal, bei Erwachsenen bis 30 unter 180 mg/dl und bei Erwachsenen über 30 bis 200 mg/dl. Das LDL-Cholesterin sollte hierbei unter 160 mg/dl liegen und das HDL-Cholesterin bei mindestens 35 mg/dl. Diese Richtwerte gelten allerdings nur für Menschen bei denen keine weiteren Risikofaktoren, wie beispielsweise Rauchen vorliegen.

In zahlreichen Studien konnten eindeutige Zusammenhänge zwischen HDL- & LDL-Spiegel sowie Arterienverkalkungen aufgezeigt werden:

Durch eine Senkung des LDL- beziehungsweise eine Erhöhung des HDL-Cholesterins lässt sich die Herzinfarktrate klar vermindern. Sogar Rückbildungen arteriosklerotischer Veränderungen konnten durch entsprechende Behandlung erzielt werden.

Behandlung

Da ein hoher Cholesterinspiegel meist starker Gewichtszunahme einhergeht, ist es wichtig seine Ernährung umzustellen und Gewicht zu verlieren. Der Fettanteil bei der Ernährung sollte nicht höher als 30% sein. Dieser Fettanteil sollte zudem vorwiegend pflanzlicher Natur sein, da Cholesterin nur in tierischen Fetten vorkommt.

Insgesamt sollte die Cholesterinaufnahme pro Tag unter 300 mg liegen. Wer gerne Fisch isst, kann dies weiter tun, da Kaltwasserseefische wie zum Beispiel der Lachs, Hering, Kabeljau oder Dorsch sogenannte ‚Omega-3-Fettsäuren‘ enthalten, welche dabei helfen, den LDL-Spiegel zu senken. Als ebenso vorteilhaft  erweist sich die asiatische Küche, mit viel Obst, Salaten, Gemüse, pflanzlichen Fetten und Reis.

Wenn auch eine komplette Umstellung der Ernährung nicht bei der Senkung des Cholesterinspiegels hilft, sollte man medikamentöse Maßnahmen in Anspruch nehmen.

(Daniel Kohout)

Bild: © Stephane Tougard | Dreamstime.com

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