Ständiges Sitzen schadet dem Körper

Sep 26th, 2011 | By | Category: Fitness & Training, Gesundheit, Leitartikel

Sitzen ist eine geradezu tödliche Aktivität“! Dieser Meinung ist James Levine von der Mayo-Klinik in Rochester. Tatsächlich beeinträchtigt das ununterbrochene Sitzen auf vielfache Weise unsere Gesundheit. Denn klar ist: wer viel sitzt, verbrennt kaum Kalorien. Schon wenige Stunden Sitzen reichen aus, um in den Blutgefäßen die Ausschüttung der sogenannten Lipoproteinlipase, kurz LPL, einzuschränken. LPL ist ein Enzym, das zur Kontrolle der Blutfettwerte benötigt wird. „Wer täglich längere Zeit sitzt, reduziert die LPL-Aktivität um bis zu 50 Prozent.“, so Levine.

Eine 14 Jahre währende Beobachtungsstudie an 120 000 US-Amerikanern, lieferte zu diesem Thema erschreckende Ergebnisse. Männer, die täglich sechs Stunden oder mehr sitzend verbringen, haben eine um 20 Prozent höhere Sterberate als ‘Bis-zu-drei-Stunden-Sitzer’. Bei Frauen beträgt der relative Unter-schied sogar 40 Prozent. ‘Dauersitzer‘ zeigen ein um bis zu 50 Prozent höheres Herztodrisiko auf als ‘Wenigsitzer’. Auch die Muskulatur leidet enorm unter den Folgen ausgeprägter Sitzeinheiten.Die Bauch-, Bein- und Gesäßmuskulatur wird schwächer, während sich die Rückenmuskulatur verkürzt. Dies führt zu muskulären Dysbalancen, die Rücken- und Gelenkschmerzen zur Folge haben.

Eine spanische Studie hat belegt, dass Leute, die mehr als 42 Stunden pro Woche vor dem Fernseher sitzen, ein um ungefähr 30 Prozent erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen haben als diejenigen, die weniger als 11 Stunden vor ihrem TV-Gerät sitzen. Hierbei betont James Levine, dass das Sitzen an sich bereits eine erhebliche Wirkung auf unser vegetatives Nervensystem habe. Während auf der einen Seite die Müdigkeit zunimmt, verschlechtert sich auf der anderen Seite die Fähigkeit Stress abzubauen – diese Kombination bietet einen guten Nährboden für Ängste und Depressionen.

Die Ursache dafür, dass Sitzen uns so sehr schaden kann ist ganz simpel: Unser Körper ist dafür einfach nicht geschaffen. In einer Zeit in der es noch keine gemütlichen Sessel, Sofas oder Stühle gab, war längeres Sitzen kaum eine Option. Der Homo sapiens beispielsweise saß so gut wie nie und wenn, dann versuchte er es sich im Fersensitz bequem zu machen. In dem hielt er es jedoch nicht lange aus.

„Wir sind darauf programmiert, uns zu bewegen. Für das lange Sitzen fehlen uns eigentlich die Voraussetzungen“, so Levine. Daher kann bereits gezielte Bewegung im Alltag enorm förderlich für den Körper sein. Angefangen beim  kleinen Spaziergang durch den Park bis hin zu moderaten sportlichen Aktivitäten, wie beispielsweise ein Ausdauer- und Gerätetraining in einem Fitnesscenter. Auf diese Weise würde nicht nur die Ausdauer, sondern auch die Muskulatur ausreichend trainiert werden. Aber schon der Verzicht auf Fahrstühle und der daraus resultierende Treppengang ist eine nicht zu unterschätzende Wohltat für unseren Körper. Erst recht auf ein ganzes Leben hochgerechnet.

von unserem Mitarbeiter Daniel Kohout

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