Das Sprunggelenk vergisst seine Verletzung nie

Aug 14th, 2010 | By | Category: Leitartikel

Das Sprunggelenk ist ein komplexes Gebilde.

Das Sprunggelenk vergisst eine Verletzung nie. Die Außenbandverletzung , also der knöchernen Verbindung zwischen Sprung- und Schienbein, ist die mit Abstand häufigste Sportverletzung in Deutschland. Egal ob als massive Überdehnung oder Riss, mit oder ohne Knochenabsprengung.  Insgesamt entfallen 20 Prozent aller Sportverletzungen auf die Sprunggelenke – meist durch simples Umknicken. Statistisch gesehen ziehen sich in Deutschland pro Tag bis zu 1000 Menschen einen Außenbandriss zu.

Ballsportler besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind dabei die Ballsportler, egal ob sie im Profibereich tätig sind oder einfach nur gerne ihre Freizeit mit Fußball, Basketball, Volleyball usw. gestalten. Die meisten ahnen dabei gar nicht, dass mit jedem Umknicken das Risiko höher wird, in späteren Jahren eine schmerzhafte Arthrose zu erleiden.

Oft Spätschäden im Alter

„Bei etwa 15 Prozent der Außenbandrisse muss im weiteren Verlauf mit verschleißbedingten Spätschäden gerechnet werden“, so Dr. Jürgen Walpert, Orthopäde an der Hamburger Klinik Fleetinsel. Wer sogar Opfer eines Sprunggelenkbruchs geworden ist, hat in späteren Tagen, speziell im ‚Orthopädischen Alter‘ ab 40, mit 50 prozentiger Wahrscheinlichkeit Probleme mit Arthrose.

Siebenfache Belastung

Beim normalen Gehen lastet auf dem Sprunggelenk das Siebenfache des individuellen Körpergewichts. Dadurch ist es im Körper das am stärksten belastete. Eine Arthrose entwickelt sich dann, wenn das Gelenk an seiner ursprünglichen Stabilität eingebüßt hat. Bei einer Bandlockerung verschieben sich die Gelenkteile stärker gegeneinander – das fördert den Knorpelabrieb. Wer sich also schon öfter am biomechanisch sehr sensiblen Sprunggelenk verletzt  hat, sollte darüber nachdenken einen Orthopäden aufzusuchen, rät Professor Dr. Gerhard Bauer von der Sportklinik Stuttgart. Notfalls kann eine Operation für neue Stabilität sorgen.

Training hilft

Oftmals sind Sprunggelenksverletzungen auch Folge einer Unachtsamkeit gepaart mit einer schlechten Motorik. Das Schlagloch, in das man hineintritt oder auch die Baumwurzel, die man zu spät wahrnimmt, sind typische Beispiele dafür. Meistens sind die Ursache  gestörte Reflexfunktionen.  „Durch geeignetes  Training lassen sich solche Verletzungen vermeiden, da es die motorische Kontrolle wesentlich verbessert“, so Professor Dr. Bauer.

Notfalls Versteifung

Schmerzen braucht man hingegen auch bei einer fortgeschrittenen  Arthrose nicht zu erleiden. In diesem Fall hilft eine operative Versteifung (Arthrodese). Schien- und Sprungbein werden dabei fest verbunden und man erzielt im besten Fall eine absolute Schmerzfreiheit.

(von Daniel Kohout)

Tags: , ,

Hinterlasse einen Kommentar!